Das Trading-Tagebuch, oder aus dem englischen auch als Trading Journal bezeichnet, enthält eine Auflistung aller Trades, die Sie eingehen.

Warum ist ein Trading-Tagebuch unbedingt notwendig?

Daytrading oder Trading ohne einen Plan und eine Strategie ist reines Glücksspiel.

Wenn Sie erfolgreich Daytrader werden wollen, benötigen Sie also auf jeden Fall eine entsprechende Daytrading-Strategie und einen Tradingplan.

Egal für welche Strategie Sie sich entscheiden, Sie benötigen außerdem ein Kontrollinstrument, um zu überprüfen, ob Sie sich an diese Strategie halten und damit gegebenenfalls Anpassungen an Ihrer Strategie vorzunehmen.

Dieses Kontrollinstrument für Ihr Trading ist das Trading-Tagebuch.

Das Trading-Tagebuch hilft Ihnen die wichtigsten Fehler im Daytrading zu erkennen und zu vermeiden.

Eine Liste mit den 10 teuersten Fehlern im (Day)Trading können Sie hier kostenlos herunterladen. 

Auch bei der besten Trading-Strategie kommen Verluste vor. Wenn Ihr Handel Ihrer Strategie entsprochen hat, ist er trotzdem richtig gewesen. Aber, um das richtig nachvollziehen zu können und um langfristig Verluste zu reduzieren, können Sie Ihr Trading-Tagebuch verwenden.

Das Trading-Tagebuch hilft Ihnen dabei:

  • Ihre Trades auszuwerten
  • die Trades einzuordnen und nachvollziehbar zu machen
  • Fehler zu erkennen
  • Ihre Daytrading-Strategie zu optimieren
  • sich kontinuierlich zu verbessern
  • Zusammenhänge zu erkennen, z. B. zwischen Ihrer Stimmung oder anderen Ereignissen und möglichen Verlusten
  • sich mit anderen Tradern über Ihre Trades auszutauschen

Gutes Trading ist konstant, jederzeit reproduzierbar und nachvollziehbar und das können Sie mit Ihrem Trading-Tagebuch festhalten und überprüfen.

Wie sieht ein Trading-Tagebuch aus?

In welcher Form Sie das Trading-Journal führen, ist Ihnen überlassen und hängt von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Grundsätzlich haben Sie drei verschiedene Möglichkeiten, die sich in der Praxis bewährt haben.

Trading-Tagebuch auf Papier

Hier können Sie jedes beliebige Notizbuch oder einen einfachen Schreibblock verwenden. Es gibt hier auch spezielle Vorlagen zu kaufen, aber das ist weniger flexibel und nicht notwendig. Ich kenne einige, auch professionelle Trader, die auf diese Form des Trading-Tagebuches schwören, weil das Gefühl des Aufschreibens von Hand das Thema für sie verbindlicher macht.

Trading-Journal mit einer Tabelle (Excel und Co.)

Dies ist eine der häufigsten Varianten, die gerade für Einsteiger empfehlenswert ist, da sie meist schneller ist als die Papier-Variante. Dazu können Sie jedes beliebige Tabellen-Programm verwenden wie z.B. Microsoft Excel. Kostenlos und für alle Betriebssysteme verfügbar und mit einem ähnlichen Funktionsumfang wie Excel, ist das sehr gute Calc von Libre Office. 

Die dritte, ebenfalls kostenlose Alternative ist Google Docs. Dort können Sie ebenfalls Tabellen anlegen und haben diese automatisch auf allen Computern verfügbar. Sie können diese freigeben und mit anderen teilen. Gerade wenn Sie auch auf unterschiedlichen Computern traden, wie es bei mir der Fall ist, ist die Verfügbarkeit natürlich ein großer Vorteil. 

Egal für welche der Varianten Sie sich entscheiden, der Aufbau ist praktisch immer gleich:

Die verschiedenen Inhalte des Trading-Tagebuches kommen in die Spalten und pro Trade, den Sie durchführen, ergänzen Sie eine Zeile.

Spezielle Programme für das Trading-Journal

Die dritte Alternative sind spezielle Programme, die genau für diese Aufgabe entwickelt wurden. Diese kosten zwar Geld, haben aber dafür den großen Vorteil, dass sie genau für diese Aufgabe optimiert sind und langfristig vieles einfacher machen.

Wenn Sie so ein Programm konsequent einsetzen, sparen Sie so viel Zeit, dass die Kosten dafür in der Regel schnell wieder drin sind. Diese Programme können ihre Trades automatisch von der Tradingsoftware wie dem von mir empfohlenen Metatrader eintragen und ganz einfach verschiedene Charts darstellen, Sie haben immer einen  Überblick über den Handel und viele weitere Funktionen, die Ihr Trading vereinfachen und unterstützen.

Ein Beispiel für ein solches Tool welches ich sehr empfehlen kann ist z. B. das Trading-Journal von Edgewonk. Dort haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Trades automatisch analysieren zu lassen. 

Der häufigste Grund, warum Trader ein Trading-Tagebuch nicht führen ist das es „zu umständlich“ ist. Sie sich im hitzigen Marktgeschehen nicht die Zeit dafür nehmen. Durch die Verwendung einer speziellen Trading-Tagebuch-Software reduzieren Sie den Aufwand bereits deutlich und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, das Sie auch konsequent alle Trades festhalten.

Was gehört in ein Trading-Tagebuch

Hinweis:

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie das Trading-Tagebuch so regelmäßig wie möglich führen. Das ist viel wichtiger als die Inhalte. Wenn Sie sich vornehmen, pro Trade 10 Informationen festzuhalten, aber, weil das so viel ist, das Trading-Tagebuch in der Praxis gar nicht führen, dann bringt das gar nichts. Dann lieber nur 2 oder 3 Informationen und ein Bild (Screenshot der Handelsoberfläche) vom Trade-Setup. Wenn Sie bisher mit Excel oder einer anderen Tabelle gearbeitet haben, können Sie auch mal die dafür speziell erstellten Programme wie Trade Journal testen, weil diese das Eintragen wesentlich vereinfachen.

Das Trading-Tagebuch enthält für jeden Trade zwei Komponenten:

  1. Die wichtigsten markttechnischen Fakten wie Kurse, Stopps, Trends, Indikatoren, Gründe für den Einstieg, Stop Limits etc.
  2. Die psychologischen Aspekte. Wie haben Sie sich an diesem Tag gefühlt? Trauer, Wut, vorherige Verluste, die Sie belasten, ein Hochgefühl, weil Sie gerade im Plus sind?

Mögliche Inhalte des Trading-Tagebuches

  • Trade Nummer: eine fortlaufende Nummer oder die entsprechende ID aus Ihrem Handelsprogramm
  • Datum
  • L/S als Abkürzung für Long oder Short
  • Grund für den Einstieg: Denken Sie sich passende Abkürzungen für Ihre jeweilige Strategie aus
  • Trendphase: Befindet sich der Kurs gerade in der Bewegung oder der Korrektur? Hier kürze ich meist nur mit + oder – ab.
  • Finanzprodukt, DAX, DOW, Gold, VW Aktie usw., je nachdem, was Sie gehandelt haben.
  • Strategie, die dem Trade zugrunde lag
  • Positionsgröße
  • Einstiegskurs
  • Ausstiegskurs
  • Grund für den Ausstieg
  • eventuelle Limits
  • prozentualer Anteil / Risiko
  • Stimmung: entweder auf einer Skala von 1-10 oder einfache Smilies
  • Screenshot von jedem Trade, einfach im Metatrader den aktuellen Chart exportieren und speichern.

Wenn es Ihnen gelingt, die meisten dieser Inhalte regelmäßig für all Ihre Trades festzuhalten, wird das Ihr Trading schon wesentlich verbessern und Sie werden viel  bewusster Handeln.

Tipps zum Führen des Trading-Tagebuches

Das Wichtigste ist, dass es Ihnen leicht fällt, das Trading-Tagebuch zu führen. Also nehmen Sie sich nur so viele Inhalte vor, wie für Sie persönlich realistisch ist.

Überlegen Sie sich ein eigenes Schema von Abkürzungen. So können Sie die Daten schneller eintragen und einfacher durchsuchen.

Tragen Sie den Handel bereits vor der Ausführung in Ihr Trading-Tagebuch ein. Das hat den Vorteil, dass Sie alle Ihre Handlungen vorher nochmal überdenken und Trades im Affekt, aus der Angst heraus, die große Bewegung zu verpassen, werden so vermieden.

Analysieren Sie ca. einmal pro Woche alle Trades, die Sie durchgeführt haben. Prüfen Sie, wie konsequent Sie sich an Ihre Strategie halten, ermitteln Sie die Gewinn/Verlust-Rate und andere Kennzahlen für Ihr Trading.

Trading Journal von Edgewonk im Detail

Beispielhaft für eine professionelle Software-Lösung, stelle ich Ihnen noch das Trading-Journal der Firma Edgewonk vor. Sie können die Demoversion einfach 30 Tage kostenlos testen. Es gibt noch diverse andere Lösungen, aber diese funktioniert für mich derzeit am besten.

Das spannende am Trading-Journal ist, dass es verschiedene Algorithmen integriert hat, die Ihnen voll automatisiert helfen, Ihr Trading zu verbessern.

Die für mich wichtigsten Vorteile sind:

  • Automatischer Trade Import aus Metatrader
  • Algorithmen, die Ihr Trading optimieren und Schwachstellen finden
  • Berechnung und Anzeige der wichtigsten Kennzahlen wie Gewinn/Verlust/Rendite/Kapitalentwicklung etc.
  • Sie können bis zu 4 Screenshots aus der Handelssoftware direkt in dem Trading-Tagebuch speichern und können so später immer sehr einfach nachvollziehen, warum Sie einen Trade gemacht haben, auch auf unterschiedlichen Zeiteinheiten.
  • Anpassbarkeit und Übersichtlichkeit

Sie können das Trading-Journal von Edgewonk hier kostenlos testen.

Fazit

Führen Sie ein Trading-Tagebuch, handeln Sie bewusst und optimieren Sie Ihre Strategien und ihr Trading-Business. Viel mehr bleibt dazu an dieser Stelle wohl gar nicht zu sagen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse.